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13.10.2018 / Feuilleton / Seite 2

»Hinter jeder Zahl steht ein Mensch«

Buchprojekt dokumentiert Todesopfer durch europäische Abschottungspolitik. Ein Gespräch mit Anja Tuckermann

Gerd Bedszent

Gemeinsam mit der Münchener Journalistin Kristina Milz und dem Berliner Hirnkost-Verlag arbeiten Sie an der Herausgabe des Buches »Todesursache: Flucht. Eine unvollständige Liste«. Dieses dokumentiert die über 35.000 Todesopfer der europäischen Migrationspolitik in den letzten 25 Jahren – also die Fälle derjenigen, die auf ihrer Flucht gestorben sind, weil sie etwa im Mittelmeer ertranken. Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Projekt gekommen?

Im Jahr 2014 lernte ich einen jungen Afrikaner kennen, der ein Bootsunglück überlebte, weil er an Land schwimmen konnte. Über 30 andere waren ertrunken, einige hat er sterben sehen. Auch als er schon ein Jahr lang in Deutschland war, trauerte der junge Mann noch und sah sich immer wieder die Fotos der aufgereihten Leichen am Strand an. Er erzählte mir, wie er sich zusammen mit einem anderen Mann zunächst an Land vor der Polizei versteckt hatte. Trotz der zu erwartenden Schwierigkeiten gingen sie zum Strand zurück, um...

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