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10.10.2018 / Feuilleton / Seite 11

Wie weiland im Bunker

Humorforscher Christopher Wilson verarbeitet in seinem Roman »Guten Morgen, Genosse Elefant« die letzten Tage Stalins

André Weikard

Christopher Wilson ist studierter Psychologe. Genauer: Er unterrichtet kreatives Schreiben und erforscht die Psychologie des Humors. Seinen Schopenhauer hat er also gelesen, wo steht: »(...) die Unglücksfälle der Großen und Mächtigen [sind] unbedingt furchtbar, auch keiner Abhülfe von außen zugänglich; da Könige durch ihre eigene Macht sich helfen müssen, oder untergehn«. Anders: Ganz oben auf dem Treppchen fällt man tief. Und je tiefer der Fall, desto größer der Lacher. Dieser Formel folgend, hat Wilson seinen Roman »Guten Morgen, Genosse Elefant« angelegt. Einer von ganz unten, hier ein behinderter Zwölfjähriger (»Ich bin beschädigt. Aber nur mein Körper. Und der Verstand. Nicht die Seele, die ist stark und ungebrochen«) trifft auf Sowjetführer Josef Stalin.

Das Machtgefälle zwischen beiden kehrt sich bald um, denn wir schreiben das Jahr 1953. Der Alte ist gebrechlich und der Junge findig. Und weil doch beide eine Behinderung haben, mag der Stählerne da...

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