08.10.2018 / Inland / Seite 4

Unschuldsvermutung adé

Feuertod in Kleve: Zu Unrecht inhaftierter Syrer hatte auf Verwechslung hingewiesen. Brandursache weiter unklar

Susan Bonath

Erst saß er wegen einer Verwechslung zehn Wochen lang zu Unrecht in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kleve, dann brach auf ungeklärte Weise ein Feuer in seiner Zelle aus: Im Fall des am 29. September seinen schweren Brandverletzungen erlegenen 26jährigen Syrers Amed A. räumte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) schwere Fehler der Polizei ein. Demnach hätte ein Abgleich mit dem Foto des wegen Diebstahls von der Hamburger Staatsanwaltschaft mit zwei Haftbefehlen gesuchten Maliers namens Amedy G. den Irrtum schnell aufgedeckt, sagte Reul während einer Sondersitzung des Rechts- und Innenausschusses im Düsseldorfer Landtag am Freitag nachmittag. Der Inhaftierte habe ferner gegenüber der Anstaltspsychologin seine Unschuld beteuert. Er sei zur Zeit der Straftat noch gar nicht in Deutschland gewesen, habe A. immer wieder erklärt. Ernst genommen hat das offenbar niemand. So habe die Psychologin etwa notiert, A. habe »eine Menge kaum nachvoll...

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