Gegründet 1947 Sa. / So., 15. / 16. Juni 2019, Nr. 136
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06.10.2018 / Feuilleton / Seite 10

Die Postillion-Melodie

Man will Mahlers Dritte nie mehr anders hören: Teodor Currentzis’ Antrittskonzert mit dem SWR-Symphonieorchester

Berthold Seliger

»Sie brauchen gar nicht mehr hinzusehen – das habe ich alles schon wegkomponiert«, erklärte Gustav Mahler dem befreundeten Dirigenten Bruno Walter im Sommer 1896 in seinem Feriendomizil am Attersee über seine im Entstehen begriffene 3. Sinfonie. Eine Natursinfonie also, vergleichbar mit Beethovens Pastorale oder Richard Strauss’ Alpensinfonie? Wo doch die Einleitung des ersten Satzes in einer Skizze den Titel »Was mir das Felsgebirg’ erzählt« trug? Gemach. Zum einen strich Mahler alle Satztitel und lehnte jede programmatische Äußerung zu der Sinfonie ab. Zum anderen war »Natur« für ihn auch »alles Schauerliche«: »Mich berührt es ja immer seltsam, dass die meisten, wenn sie von ›Natur‹ sprechen, nur immer an Blumen, Vöglein, Waldesluft etc. denken. Den Gott Dionysos, den großen Pan kennt niemand. So: da haben Sie schon eine Art Programm – d. h. eine Probe, wie ich Musik mache. Sie ist immer und überall nur Naturlaut!«

Alles andere als eine Idylle hatte Mah...

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