Gegründet 1947 Donnerstag, 17. Oktober 2019, Nr. 241
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29.09.2018 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Das kann man nur glauben

Reinhard Lauterbach

Nehmen wir als Maßstab mal eine ausermittelte echte KGB-Untat. Im Oktober 1959 brachte der Agent Bogdan Staschinski in München den ukrainischen Faschisten Stepan Bandera um. Nach den im Bayerischen Hauptstaatsarchiv zugänglichen Ermittlungsakten bekam die Polizei, nicht zuletzt wegen Blockaden seitens des BND, der Bandera gerade entgegen amerikanischen Bedenken – die CIA hielt ihn für einen Aufschneider – rekrutiert hatte, buchstäblich nichts heraus außer allerhand schmutziger Wäsche aus dem ukrainischen Exilmilieu, von Ehebruch bis Erpressung. So dass sie die Tat Banderas Gesinnungsgenossen zutraute, aber niemandem etwas beweisen konnte. Was man heute weiß, verdankt man dem Umstand, dass der Täter 1961 desertierte und vor dem Bundesgerichtshof ein Geständnis ablegte. Danach agierte er erstens allein und entsorgte zweitens das für den Mord verwendete Sprühgerät, aus dem er Bandera ein Blausäure-Aerosol ins Gesicht gespritzt hatte, in den Eiskanal im Engli...

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