Gegründet 1947 Montag, 14. Oktober 2019, Nr. 238
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
29.09.2018 / Feuilleton / Seite 10

Auf der »Rattenlinie«

Beschämendes Stück Zeitgeschichte: Der französische Roman »Das Verschwinden des Josef Mengele«

Bernd Müller

Wenn ein Zug mit deportierten Juden in Auschwitz ankam, stand er am Gleis und selektierte. Dabei gab es für Lagerarzt Josef Mengele (1911–1979) nur drei Kategorien: Die Gefangenen, die sofort in die Gaskammern geschickt wurden; die, die vor der Gaskammer noch Zwangsarbeit leisten mussten und die, die für seine bestialischen Experimente verwendbar schienen. Andere Nazischergen mögen sich nur betrunken dem Mordwerk haben widmen können, Mengele stand nüchtern am Gleis und pfiff lächelnd Melodien aus »Tosca«.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte der französische Autor und Journalist Olivier Guez einen Roman über das Leben dieses Massenmörders. Vor allem die Zeit nach Auschwitz steht im Mittelpunkt des Buches, das in Frankreich sofort zum Bestseller und im Herbst 2017 mit dem renommierten Prix Renaudot ausgezeichnet wurde. Jetzt ist die deutsche Übersetzung des Buchs unter dem Titel »Das Verschwinden des Josef Mengele« erschienen.

Es handelt sich nicht um eine ...

Artikel-Länge: 3858 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €