Gegründet 1947 Montag, 18. Februar 2019, Nr. 41
Die junge Welt wird von 2161 GenossInnen herausgegeben
29.09.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Erdogans Doktrin

Die türkische Außenpolitik: Antiwestlicher Kurs, neoosmanische Expansion und ultranationalistische Gesinnung

Jörg Kronauer

Eins muss man ihm lassen, dem türkischen Präsidenten: Recep Tayyip Erdogan verbirgt seine Sympathien nicht. Das beweist er auch während seines Berlin-Besuchs. Noch gar nicht so richtig angekommen, im Auto auf dem Weg zum Hotel Adlon sitzend, winkt er Unter den Linden seinen Anhängern zu – und zeigt den Rabia-Gruß. Eine Hand mit vier ausgestreckten Fingern und eingeknicktem Daumen: Das gilt seit dem Massaker an wohl mehr als tausend Menschen am 14. August 2013 vor der Kairoer Rabia al Adawiya-Moschee als Symbol für die Muslimbruderschaft, deren Anhänger dort von den ägyptischen Repressionskräften abgeschlachtet wurden. Erdogan, der seit je mit den Muslimbrüdern sympathisiert, hat den Gruß schon wenige Tage nach dem Massaker zum ersten Mal gezeigt, und er tut das seitdem regelmäßig – gern auch im Ausland. Ein Zufall ist das nicht: Die Kooperation mit Strukturen der Muslimbruderschaft ist eine wichtige Säule seiner Außenpolitik.

Drei zentrale Faktoren prägen...

Artikel-Länge: 7892 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €