17.09.2018 / Feuilleton / Seite 10

Die Unschuld vom Land

Erwin Riess

Ab heute kommt immer montags unser österreichischer Korrespondent Groll zu Wort. (jW)

Es war so schön eingerichtet. Attraktiv und unschuldig präsentierte sich die einstige Gauhauptstadt dem Publikum des Wirtschaftswunders; die Juden waren ermordet und vertrieben, Kommunisten und Nazigegner im KZ oder erschossen. Nach dem Krieg präsentierte sich die einstige Gauhauptstadt unschuldig und ein wenig verstaubt. Das eine Autostunde von Wien entfernt an der Donau gelegene Städtchen Krems lockte mit vorbildlich restaurierten mittelalterlichen Ensembles und hatte großen Anteil am Aufschwung der Wein- und Gastronomiewirtschaft. Dass Max Thorwesten, ein Bürgermeister der Nazizeit, in den siebziger Jahren wieder Bürgermeister wurde, zeigte, dass die Kremser Nazis ihren Gegnern nun nolens volens mit Toleranz begegneten. Die Vergangenheit und ihre Verbrechen ruhten nicht zuletzt in den Weingärten der Stadt und der Wachau.

Wäre da nicht ein Kind der Stadt, Historiker un...

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