Gegründet 1947 Donnerstag, 27. Juni 2019, Nr. 146
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15.09.2018 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die Unzufriedenheit wurde lange unterdrückt«

Gespräch mit Moritz Schularick. Über Ungleichheit in den USA, Rassismus und die Folgen der Finanzkrise

Simon Zeise

Sie haben die Entwicklung der Einkommens- und Vermögensungleichheit in den Vereinigten Staaten von 1949 bis 2016 untersucht. Wie ist es der US-Bevölkerung ergangen?

Man muss zwei Phasen unterscheiden. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 70er Jahre haben sich die Einkommen sehr gut entwickelt, und zwar für alle Bevölkerungsgruppen. Seither sind die Einkommensgewinne in den oberen zehn bis 30 Prozent der Einkommensverteilung hängen geblieben. Die Einkommen des Median, also der Leute in der Mitte der Verteilung, aber auch derer im unteren Bereich, stagnieren.

Auf welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen führen Sie diese Entwicklung zurück?

Das ist eine komplexe Frage. Sicherlich ist ein wirtschaftspolitischer Regimewandel mit dem Neoliberalismus verbunden, der Umverteilung eher für problematisch als für sinnvoll gehalten hat. Das sozialdemokratische Zeitalter endete. Die Regierungen entfernten sich von dem stark wohlfahrtsstaatlich orientierten, auf öffentl...

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