12.09.2018 / Ansichten / Seite 8

Weltliches Urteil

EuGH widerspricht Arbeitsrecht der Kirche

Daniel Behruzi

Es ist ein skurriler Fall, über den der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag entschied: Die Kündigung eines katholischen Chefarztes in einer katholischen Klinik könnte eine verbotene Diskriminierung wegen Religion darstellen. Skurril nicht nur deshalb, weil der Kündigungsgrund – der Arzt hatte nach seiner Scheidung erneut geheiratet – für die meisten Menschen im 21. Jahrhundert unverständlich sein dürfte. Vollends absurd ist, dass es in katholischen Einrichtungen kein Problem darstellt, wenn nicht konfessionell gebundene Beschäftigte sich scheiden lassen oder erneut heiraten. Wenn aber ein katholischer Beschäftigter den »heiligen und unauflöslichen Charakter der Ehe« ignoriert oder aus der Kirche austritt, kann er entlassen werden. Die europäischen Richter haben jetzt klargestellt, dass das dem Grundsatz der Gleichbehandlung widerspricht, auch wenn in der Sache noch das Bundesarbeitsgericht entscheiden muss.

Der Vorfall ist...

Artikel-Länge: 2919 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe