Gegründet 1947 Sa. / So., 16. / 17. Februar 2019, Nr. 40
Die junge Welt wird von 2161 GenossInnen herausgegeben
03.09.2018 / Feuilleton / Seite 10

Unmittelbare Ausdrucksweise

Wandel vom Belcanto zur Dramatik: Zur Uraufführung des »Sardanapalo«-Opernfragments von Franz Liszt in Weimar

Dietrich Bretz

Franz Liszts Oper »Sardanapalo« gehört zu jenen Werken, die der Nachwelt nur in torsohafter Gestalt überliefert wurden. Mehr als ein Jahrhundert lag das Fragment nahezu vergessen in Liszts Nachlass im Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv, galt als schwer entzifferbar, lückenhaft, unaufführbar. Der englische Musikologe David Trippett – dessen Forschungsschwerpunkt Liszt und das nachklassische Weimar umfasst – war es, der bei Recherchen vor rund zehn Jahren entdeckte, dass Liszts Manuskript durchaus lesbar ist. Eine Entdeckung, auf die Trippett geradezu euphorisch reagierte: »Die erhalten gebliebene Musik ist atemberaubend – eine einzigartige Mischung aus italienisch beeinflusstem Gefühlsüberschwang, kühnen harmonischen Wendungen und Seitenwegen.« Stilistische Elemente von Bellini und Verdi, Meyerbeer und Berlioz habe Liszt in seinen charakteristischen Stil integriert, immer wieder auch Wagner beschworen, konstatierte Trippett verblüfft. »Die Musik muss ger...

Artikel-Länge: 5535 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €