Gegründet 1947 Montag, 18. Februar 2019, Nr. 41
Die junge Welt wird von 2161 GenossInnen herausgegeben
30.08.2018 / Inland / Seite 2

Aufklärung als Straftat

Gynäkologinnen in Kassel vor Gericht. Ärztinnen informierten über Schwangerschaftsabbrüche

Susan Bonath

Die beiden Frauenärztinnen Natascha Nicklaus und Nora Szász mussten sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Kassel verantworten. Ihr »Vergehen«: Sie geben auf ihrer Webseite an, welche Maßnahmen sie ambulant durchführen. Unter zwölf Eingriffen führen sie auch einen »Schwangerschaftsabbruch, operativ oder medikamentös« auf. Laut Staatsanwaltschaft verstößt dies gegen das im Strafgesetzbuch unter dem Paragraphen 219a geregelte »Werbeverbot« für Abtreibungen. Bis jW-Redaktionsschluss wurde noch kein Urteil bekanntgegeben.

Mehr als 100 Frauen und einige Männer hatten den Prozessauftakt mit Protesten begleitet. Sie sprachen sich gegen das repressive Gesetz und für Solidarität mit den Angeklagten und Selbstbestimmung von Frauen aus. Information sei keine Werbung, kritisierten sie. Bereits am Wochenende waren deshalb Hunderte Menschen in Kassel auf die Straße gegangen.
In Deutschland sind Schwangerschaftsabbrüche grunds...

Artikel-Länge: 2870 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €