27.08.2018 / Feuilleton / Seite 10

Der Tod im Marxismus

Eine Erkundung

Gerhard Oberkofler

Als 26jähriger hat Karl Marx über den Tod des Individuums geschrieben: »Der Tod scheint als ein harter Sieg der Gattung über das bestimmte Individuum und ihrer Einheit zu widersprechen; aber das bestimmte Individuum ist nur ein bestimmtes Gattungswesen, als solches sterblich.« Den Tod des Menschen als ein besonderes Individuum hat Marx nicht systematisch behandelt, dennoch ist das Sterben des Menschen in seinen Schriften gegenwärtig. Die Realität, dass im Angesicht des Todes nicht alle Menschen gleich sind, wird offenkundig, wenn Marx den zugefügten Tod als Ergebnis von Unterdrückung und Sklaverei, von Kriegen und alltäglicher Ausbeutung aufgrund der herrschenden Eigentumsverhältnisse analysiert und historisch dialektisch darstellt. Die versklavten Kinder in den Minen Afrikas oder die im Mittelmeer ertrinkenden Menschen haben einen anderen Tod als die Menschen in den Ländern der imperialistischen Bereicherung. Der, weil Kommunist, vergessene türkische Sch...

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