Gegründet 1947 Donnerstag, 18. April 2019, Nr. 92
Die junge Welt wird von 2181 GenossInnen herausgegeben
23.08.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Gewaltige Landnahme

Die Tragödie des Kommunisten: Am Kinofilm »Gundermann« stimmt alles, bis auf das Ganze

Felix Bartels

Das Leben selbst hat keine Dramaturgie. Wer eins verfilmen will, muss den krausen Stoff zuschneiden. Entweder verengt man es auf ein bestimmtes Thema oder man wählt einen dramaturgisch geeigneten Ausschnitt. Dresens »Gundermann« tut beides. Nicht dass, sondern worauf der Film sich konzentriert, ist sein Problem.

Um dahin zu gelangen, muss man die Schicht der filmischen Mittel und die der dramatischen Struktur durchstoßen. Denn dort stimmt so gut wie alles. Die Besetzung der Hauptrolle ist kongenial. Als Alexander Scheer ein Jahr nach Gundermanns Tod in »Sonnenallee« seine erste Filmrolle hatte, wirkte er wie dessen jugendlicher Wiedergänger; zuletzt gab er Wilhelm Weitling in »Der junge Karl Marx«, und Gundermann war ja so was wie ein Weitling in der DDR. Scheer kann singen, mit derselben Heiserkeit in der Stimme, und seine Spielweise – die fahrige Körpersprache, die mimischen Ticks: Zähne vor, Nase hochziehen – ist so gut abgeschaut, dass sie ihm manchma...

Artikel-Länge: 6002 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €