23.08.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Gewaltige Landnahme

Die Tragödie des Kommunisten: Am Kinofilm »Gundermann« stimmt alles, bis auf das Ganze

Felix Bartels

Das Leben selbst hat keine Dramaturgie. Wer eins verfilmen will, muss den krausen Stoff zuschneiden. Entweder verengt man es auf ein bestimmtes Thema oder man wählt einen dramaturgisch geeigneten Ausschnitt. Dresens »Gundermann« tut beides. Nicht dass, sondern worauf der Film sich konzentriert, ist sein Problem.

Um dahin zu gelangen, muss man die Schicht der filmischen Mittel und die der dramatischen Struktur durchstoßen. Denn dort stimmt so gut wie alles. Die Besetzung der Hauptrolle ist kongenial. Als Alexander Scheer ein Jahr nach Gundermanns Tod in »Sonnenallee« seine erste Filmrolle hatte, wirkte er wie dessen jugendlicher Wiedergänger; zuletzt gab er Wilhelm Weitling in »Der junge Karl Marx«, und Gundermann war ja so was wie ein Weitling in der DDR. Scheer kann singen, mit derselben Heiserkeit in der Stimme, und seine Spielweise – die fahrige Körpersprache, die mimischen Ticks: Zähne vor, Nase hochziehen – ist so gut abgeschaut, dass sie ihm manchma...

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