21.08.2018 / Ausland / Seite 6

Sparen bis zur Abschiebung

Israel zieht afrikanischen Migranten ein Drittel ihrer Gehälter ab. Das Geld gibt es erst bei der Ausreise

Gerrit Hoekman

Arbeitende Einwanderer aus Ostafrika werden in Israel seit einem Jahr mit einer Extrasteuer belastet: 20 Prozent ihres Nettolohns gehen an den Staat. Der legt das Geld beiseite. Die Migranten sollen die Summe erst ausgezahlt bekommen, wenn sie das Land wieder verlassen. Das gesetzlich verordnete Zwangssparen bringt die etwa 42.000 Afrikaner immer mehr in finanzielle Bedrängnis, wie die Nachrichtenagentur AP am vergangenen Mittwoch berichtete.

»Sie haben das ›Kautionsgesetz‹ erlassen, um uns das Leben schwer zu machen«, sagte ein Eritreer gegenüber AP. Daran besteht kein Zweifel. Die rechtsgerichtete Regierung von Benjamin Netanjahu lässt die Einwanderer, die eine Arbeit haben, auch noch 16 Prozent des Lohns in einen Rentenfonds einzahlen. Auch dieses Geld bekommen sie erst beim Verlassen des Landes zurück. Arbeitgeber, die Migranten beschäftigen, werden mit einer Sonderabgabe bestraft, was es unattraktiv macht, sie einzustellen, so AP weiter.

Die Regierun...

Artikel-Länge: 3862 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe