20.08.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Ortskundige Besatzung

Heute endet das »Hilfsprogramm« für Griechenland. Der Zweite Weltkrieg war dabei kein Thema

Elisabeth Heinze, Thessaloniki

Nach dreieinhalb Jahren voller Schrecken und Gewalt hinterließen die Nazibesatzer ein blutgetränktes Trümmerfeld. Zwischen April 1941 und Oktober 1944 führten sie ihren Vernichtungskrieg in Griechenland. »Das größte Trauma der neueren griechischen Geschichte«, so die Historikerin Anna Droumpouki Anfang August im Gespräch mit jW. Fast 800 Kleinstädte wurden dem Erdboden gleichgemacht. Im Widerstand verloren 30.000 bis 50.000 Menschen ihr Leben. Auch Zivilisten, die bei gezielten »Vergeltungsaktionen« in den Märtyrerdörfern ermordet oder hingerichtet wurden, sind unter den Opfern. Die Infrastruktur war teils vollständig zerstört worden. An die Massaker erinnern heutige Bewohner von Hunderten betroffenen Dörfern jährlich in Gedenkfeiern.

Mitten in der Besatzungszone lag Thessaloniki. Die jüdische Gemeinde zählte zu der größten sephardischen der Welt, bis 96 Prozent von ihr systematisch vernichtet wurden. Der erste Zug mit 2.600 Menschen ging am 15. März 1...

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