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15.08.2018 / Inland / Seite 2

»Erwartung an schnelles Verfahren wurde enttäuscht«

Auf freiem Fuß: Über 100 Tage nach Angriff von Neonazis auf Journalisten in Thüringen bleiben Behörden tatenlos. Ein Gespräch mit Theresa Lauß

Henning von Stoltzenberg

Am 29. April 2018 wurden im thüringischen Fretterode zwei Journalisten vor dem Haus des NPD-Landesvorsitzenden Thorsten Heise von zwei Neonazis angegriffen und schwer verletzt. Trotz eindeutiger Zeugenaussagen und Identifizierungen befinden sich die Tatverdächtigen auch 100 Tage danach noch auf freiem Fuß. Wie begründen dies die Behörden?

Zunächst gab es laut Staatsanwaltschaft »keinen dringenden Tatverdacht«, trotz Fotos und Aussagen der Betroffenen. Obwohl die Täter organisierte, militante Neonazis sind und ihr Vorgehen geplant wirkte, sah die ermittelnde Behörde weder Flucht- noch Wiederholungs- oder Verdunklungsgefahr, was einen Haftbefehl notwendig gemacht hätte. Das halten wir für eine Fehleinschätzung.

Wie geht es den Betroffenen?

Die Folgen der Verletzungen sind auch noch drei Monate nach der Tat zu spüren. Zusätzlich sehen sie sich mit den Äußerungen der Staatsanwaltschaft konfrontiert, die indirekte Zweifel an ihren Aussagen und angeferti...

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