14.08.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Weder Meer noch See

Anrainer einigen sich über rechtlichen Status des Kaspischen Meeres. Westen muss draußen bleiben

Reinhard Lauterbach

Die fünf Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres haben eine Vereinbarung über den rechtlichen Status dieses größten Binnengewässers der Welt abgeschlossen. Das Dokument wurde am Sonntag im kasachischen Aktau von den Präsidenten Aserbaidschans, Irans, Kasachstans, Russlands und Turkmenistans unterzeichnet. Damit ist ein Streit beigelegt, der sich seit über 20 Jahren hinzog und eine Folge des Zerfalls der Sowjetunion war. Vor 1991 war das Kaspische Meer nur zwischen der UdSSR und Iran aufgeteilt gewesen; nachdem vier neue Staaten hinzugekommen waren, wurde die Sache komplizierter.

Die erste Frage lautete: Soll das Kaspische Meer als Meer oder als See bezeichnet werden? Vor 1991 galt es als See, was in der Praxis bedeutete, dass die Ressourcen im Verhältnis der Küstenlänge aufgeteilt wurden. Faktisch betrieb der Iran damals nur Fischfang, die industrielle Nutzung etwa durch Rohstofförderung entfiel ausschließlich auf die Sowjetunion. Jetzt wurde eine »Weder-Fi...

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