10.08.2018 / Thema / Seite 12

Tod in der Zelle

Im Fall Oury Jalloh spielen Justiz und Politik weiter auf Zeit. Der Flüchtling aus Sierra-Leone ist nicht das erste Opfer im Dessauer Polizeirevier – es gibt erschreckende Parallelen zu zwei anderen Toten

Susan Bonath

Ein gefesselter Mensch verbrennt in einer Dessauer Polizeizelle. Fast 13 Jahre beharren Polizei, Staatsanwälte und Richter auf der Mär vom Selbstmord des Flüchtlings Oury Jalloh. Dann kippt ihr Konstrukt. Im November 2017 gelangt ein Vermerk des inzwischen pensionierten Dessauer Oberstaatsanwalts Folker Bittmann an die Öffentlichkeit: Mordverdacht. Offenbar wollten die Täter nicht nur die Misshandlung Jallohs vertuschen, sondern auch von zwei früheren Todesfällen ablenken. Auf Druck der Fraktion von Die Linke und der Grünen-Fraktion fordert der Rechtsausschuss im Landtag von Sachsen-Anhalt Akten an, setzt Juristen ein. Was ist seither passiert? »Nichts«, bringt es Thomas Ndindah von der »Initiative in Gedenken an Oury Jalloh« auf den Punkt. Dabei dokumentieren die Akten anschaulich das Bestreben, Polizeigewalt zu verschleiern, zeugen vom Korpsgeist der Behörden und brisanten Parallelen.

Warten auf den Generalstaatsanwalt

Die vom Rechtsausschuss beste...

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