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09.08.2018 / Medien / Seite 15

Dallas illiberal

Wie die Pressefreiheit in Ungarn als »Monster Frankenstein« weiterlebt – der Fernsehsender Hir TV. Ein Kommentar von Gergö Varga, Budapest

Gergö Varga, Budapest

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte bereits am 15. März, dem Nationalfeiertag, vor seinen versammelten Anhängern verkündet: »Wir werden nach den Wahlen Genugtuung fordern, moralische, politische und auch juristische Genugtuung.« Seine Truppe nahm nach dem erwarteten Wahlsieg im April gleich die Arbeit auf.

Die neueste »Genugtuung« ist, dass die »bürgerliche Seite« den Nachrichtensender Hir TV »zurückgenommen« hat. Die Mitarbeiter wurden am Morgen des 1. August benachrichtigt, sie bräuchten für den Abend kein Programm mehr zu machen, statt dessen liefen Reden von Viktor Orban über den Bildschirm. Bevor aber in den allgemeinen Trauergesang auf das Ende der Pressefreiheit eingestimmt oder der schlechte Stil bei der Abwicklung des Senders beklagt wird, müssen einige Worte zu seinem letzten Inhaber Lajos Simicska gesagt werden.

Simicska ist der Archetyp des »illiberalen« Oligarchen. Die gegenwärtige Regierungspartei Fidesz hatte von Beginn auf ...

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