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08.08.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Unübersichtliche Konflikte

Die Kriege und Abspaltungen in der Kaukasusregion sind eine Folge der Zerschlagung der Sowjetunion

Reinhard Lauterbach

Nach einer Seite wirkte der Zerfall der Sowjetunion unbedingt bildend: Medienarbeiter und Medienkonsumenten im Westen lernten plötzlich Landstriche wenigstens dem Namen nach kennen, von denen sie vorher nie gehört hatte: Wer wusste schon von der Existenz eines landkreisgroßen Gebildes namens Südossetien? Oder von einer wenig größeren Region, die sich Abchasien nannte? Wer kannte Orte wie Zchinwali, Gudauta oder Sugdidi, um die sich Milizen blutige Kämpfe lieferten?

Mit etwas zeitlichem Abstand kann man die Situation einordnen. Im Zuge der von Boris Jelzin 1990 ausgerufenen »Parade der Souveränitäten« (»Nehmt euch jeder soviel davon, wie ihr tragen könnt«, hatte der damalige Vorsitzende des Obersten Sowjets der Russischen Sowjetrepublik faktisch zum Bürgerkrieg aufgerufen) machten sich die national definierten kleineren Republiken auf den Weg raus aus der Sowjetunion. Ganz konfliktfrei verlief das nirgends, aber besonders schlimm wurde es dort, wo solche R...

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