02.08.2018 / Feuilleton / Seite 10

Als nein noch nicht nein hieß

Bettina Wilperts Debütroman »Nichts, was uns passiert« erzählt von einer Vergewaltigung und den Folgen

Katharina Bendixen

Die Realität existiert nicht. Sie ist ein Produkt unserer Wahrnehmung, und aus dieser unterschiedlichen Wahrnehmung können sich Fehden, Dramen, Kriege entwickeln. In Bettina Wilperts eindringlichem Debütroman »nichts, was uns passiert« sind es nur wenige Minuten, in denen die Wahrnehmung zweier Romanfiguren auseinanderklafft, noch dazu sind beide Figuren extrem betrunken. Anna und Jonas, lose miteinander befreundet und schon einmal intim gewesen, landen nach einer langen Partynacht zum zweiten Mal im Bett. Jonas meint, dass er einfach mit Anna geschlafen hat: »Es war schlechter als das letzte Mal, vielleicht weil beide noch betrunkener waren.« Anna meint, dass Jonas sie zum Sex gezwungen hat. Vergewaltigt – auch wenn Anna mehrere Wochen braucht, um dieses Wort überhaupt denken zu können.

Bettina Wilpert erzählt die Geschichte von Anna und Jonas in einem quasidokumentarischen Stil. Ein namenloses Ich hat die beiden im nachhinein befragt und mit Freunden, M...

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