01.08.2018 / Titel / Seite 1

Entsetzen über Freispruch

Bombenanschlag in Düsseldorf-Wehrhahn vor 18 Jahren: Richter hat »erhebliche Zweifel« an Täterschaft des heute 52jährigen Neonazis Ralf S.

Claudia Wangerin

Der Bombenanschlag auf eine Gruppe von überwiegend jüdischen Sprachschülern aus Osteuropa am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vor 18 Jahren bleibt vorerst ungesühnt. Das Landgericht Düsseldorf hat den heute 52jährigen Neonazi Ralf S. am Dienstag vom Vorwurf des versuchten Mordes in zwölf Fällen freigesprochen. Das Gericht habe »erhebliche Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten«, begründete der Vorsitzende Richter Rainer Drees laut Nachrichtenagentur AFP die Entscheidung. Die Staatsanwaltschaft, die für S. eine lebenslange Haftstrafe gefordert hatte, kündigte unmittelbar nach dem Urteilsspruch Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) an.

Der Sprengsatz war am 27. Juli 2000 kurz nach 15 Uhr am S-Bahnhof Wehrhahn explodiert, als die Gruppe der Sprachschüler – wie um diese Zeit üblich – den Tatort passierte. Zehn von ihnen wurden verletzt, eine junge Frau verlor ihr ungeborenes Kind. Der als Neonazi bekannte Angeklagte Ralf S. war bereits unmittelbar nach dem...

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