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16.07.2018 / Feuilleton / Seite 11

Plastisch, angriffslustig, engagiert

Franz Liszt war der Klavierkomponist des frisch ausgewachsenen Bürgertums. Es gibt ihn in einer CD-Box im »Originalklang«

Stefan Siegert

Wer sich für klassische Musik interessiert und nicht gerade zur Hardcorefraktion oder zu den Profis zählt, kennt seinen Bach, seinen Händel, den Vivaldi, den Mozart, den Beethoven und ein Paar andere. Aber den Franz Liszt? Die Älteren kennen seine »Préludes«, ohne vielleicht Liszt zu kennen. Denn mit den »Préludes« ließ der schreckliche Bildungsbürger Joseph Goebbels die »Siegesmeldungen« der nazi­faschistischen Horden musikalisch aufdonnern.

Wer jetzt Martin Haselböcks Ehrfurcht gebietende Neun-CD-Box mit den im »Originalklang« aufgenommenen Orchesterwerken des ungarischen Europäers Ferenc Liszt hört, wird sich wundern: Liszt und das Gros der von den braunen Barbaren geschändeten Musik hat sich nicht dazu angeboten, Massenmördern zu dienen. Die Kunst ist keine Hure, wie ein zutiefst verletzter – weil zu den Geschändeten zählender – Hanns Eisler meinte. Aber missbrauchbar ist sie wie alles in seinem Wesen Friedliche, Schwache und Schöne.

Franz Liszt ...

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