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05.07.2018 / Titel / Seite 1

Tödlicher Wahlkampf

Trotz desaströser Sicherheitslage: 69 Menschen nach Afghanistan abgeschoben. 51 kommen allein aus Bayern, nur fünf von ihnen sind Straftäter

Jana Frielinghaus

Fast täglich kommen aus Afghanistan Meldungen von Selbstmordattentaten und Gefechten. Auch am Mittwoch griffen Taliban-Milizen einen Kontrollpunkt in der Provinz Kabul an, töteten dabei mindestens drei Polizisten und verletzten sieben oder mehr weitere. Am Sonntag waren bei einem Bombenanschlag in Dschalalabad mindestens 19 Zivilisten ums Leben gekommen. Dennoch ließen Behörden von Bund und Ländern in der Nacht zum Mittwoch 69 Menschen dorthin abschieben. Damit wurden so viele Personen wie noch nie nach Kabul ausgeflogen. Seit Dezember 2016 sind insgesamt 303 Afghanen in ihr Herkunftsland »rückgeführt« worden. Die Maschine, die gegen Mitternacht in München gestartet war, traf am Morgen in Kabul ein.

Nach Angaben der bayerischen Landesregierung wurden allein aus dem Freistaat 51 Menschen abgeschoben, unter ihnen waren demnach lediglich fünf Straftäter. In Bayern wird im Herbst ein neuer Landtag gewählt, die regierende CSU hält die Maßnahme offenbar für gee...

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