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30.06.2018 / Geschichte / Seite 15

Bruch mit Moskau

Vor 70 Jahren wurde die Kommunistische Partei Jugoslawiens aus dem Kommunistischen Informationsbüros ausgeschlossen – Tito beharrte auf einem eigenständigen Weg

Roland Zschächner

Am 30. Juni 1948 gelang den jugoslawischen Kommunisten ein Coup. Im Parteiorgan Borba erschien der zwei Tage zuvor erfolgte Beschluss des Informationsbüros der Kommunistischen und Arbeiterparteien, kurz: Kominform. Darin warfen die acht übrigen Mitglieder der Kommunistischen Partei Jugoslawiens (KPJ) eine abweichende Politik vor, weswegen diese ausgeschlossen und die jugoslawische Bevölkerung aufgefordert wurde, die Führung um Josip Broz, genannt Tito, abzusetzen. In der gleichen Ausgabe der Zeitung, insgesamt sollen laut offiziellen Angaben fünf Millionen Exemplare verteilt worden sein, wurde auch eine Erwiderung des Zentralkomitees der KPJ publiziert. Die Bevölkerung sollte sich ein eigenes Bild vom Konflikt machen, der zum Bruch geführt hatte und die Sonderrolle Jugoslawiens besiegelte.

Mit einem solch offenen Umgang hatte Moskau nicht gerechnet. Es war nicht die einzige Fehleinschätzung, die die sowjetische Führung in dem monatelangen Konflikt mit der...

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