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30.06.2018 / Ausland / Seite 6

Gewerkschaften suchen Strategie

Brasiliens angeschlagene Regierung soll unter Druck gesetzt werden

Peter Steiniger

Während im fernen Russland die Seleção der Männer ihren sechsten Titel bei einer Weltmeisterschaft anstrebt, kann in Brasilien das Fußballfieber die Alltagssorgen nur für kurze Zeit verdrängen. Gut einen Monat nach dem großen Ad-hoc-Streik der Lkw-Fahrer, der das Land über Tage faktisch lahmlegte und die Regierung schwer in Bedrängnis brachte, ist die Situation weiter brenzlig. Präsident Michel Temer, der sie über eine nach neoliberalen Plänen errichtete »Brücke in die Zukunft« führt, hat von seinen Landsleuten keinen Pokal zu erwarten. Nach einer vom nationalen Industriellenverband CNI beim Institut Ibope in Auftrag gegebenen Umfrage bewerten vier von fünf Brasilianern die Staatslenkung als »schlecht« oder »sehr schlecht«.

Am 7. Oktober entscheiden die Brasilianer darüber, wer dem Politiker vom konservativen MDB – der 2016 mit Hilfe des von der Rechten beherrschten Kongresses, der Konzernmedien und höchster Justizkreise der gewählten Präsidentin Dilma...

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