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28.06.2018 / Ansichten / Seite 8

Doppelte Strategie

US-Boykott gegen Iran

Jörg Kronauer

Trump sucht die Entscheidungsschlacht. Alle Staaten der Welt – alle! – müssten ihre Erdölimporte aus Iran vollständig einstellen, und zwar bis zum 4. November, verkündete die US-Administration am Dienstag im Kommandoton. Der Zeitplan sei ambitioniert; daher müssten alle – alle! – schon jetzt beginnen, ihre Einfuhren aus dem Golfstaat zu reduzieren. Klar sei: Wer nicht pariere, werde mit Sanktionen bestraft. Ausnahmen würden nicht gemacht. Nur die Art der Sanktionen hält der weltmachttrunkene Immobilienoligarch im Weißen Haus sich noch offen.

Trump verfolgt mit seiner jüngsten Aggression zwei Ziele. Nummer eins ist – klar – ein prowestlicher Umsturz in Teheran. Weil der aber bei den Sanktionen der Ära Obama ausgeblieben ist, sucht dessen Nachfolger den Boykott nun zu verschärfen: Durften damals auch US-Verbündete wie Japan und Südkorea noch iranisches Öl in beachtlichem Umfang importieren, so soll Irans Wirtschaft...

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