27.06.2018 / Feuilleton / Seite 11

Viel Sinn fürs Delikate

Vorwärtsdrang, Klamauk und himmlisches Geklingel: Tobias Kochs Einspielung sämtlicher Klavierstücke Beethovens

Stefan Siegert

Abgesehen von einer kürzeren Periode minderer Produktivität in Folge einer persönlichen Krise verbrachte Ludwig van Beethoven 44 seiner 57 Lebensjahre damit, Musik von unbegrenzter Halbwertzeit hervorzubringen. Neben den Orchesterwerken, einer Oper, der Kammermusik – Schwerpunkt Streichquartett – komponierte er vor allem für sein Instrument, er war ein erstaunlicher Virtuose am Klavier.

32 Sonaten stehen im Vordergrund, gefolgt von Variationszyklen wie dem von Verleger Anton Diabelli veranlassten, unter ihnen Leuchttürme der Klavierliteratur. In ihrem Schatten, bis heute vom großen Publikum traurig wenig bemerkt: eine Vielzahl grandioser »Klavier­stücke«. Vier verschiedene Flügel der Beethoven-Zeit benötigte der auf alte Klaviere spezialisierte Pianist Tobias Koch, um alle Rondos, Adagios, Präludien, Bagatellen und eine – die einzige – Fantasie Beethovens auf Tonträger zu bannen.

Der Knabe Beethoven lernte auf einem Cembalo. Die frühen Kompositionen ...

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