19.06.2018 / Ansichten / Seite 8

Chance und Katastrophe

Präsidentschaftswahl in Kolumbien

André Scheer

Die gute Nachricht zuerst: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat es bei einer Präsidentschaftswahl in Kolumbien ein linker Kandidat in die zweite Runde geschafft und dort mehr als acht Millionen Stimmen erhalten. Die 41,8 Prozent, die am Sonntag auf Gustavo Petro entfielen, sind eine Demonstration der Unzufriedenheit vieler Menschen mit dem wirtschaftlichen und Gesellschaftssystem des südamerikanischen Landes, denn der Kandidat des »Menschlichen Kolumbiens« hatte sich zu ihrer Stimme gemacht.

Schon die Tatsache, dass Petro den Wahltag erleben konnte, ist eine gute Nachricht, denn in der Vergangenheit wurden unbequeme Präsidentschaftskandidaten immer wieder ermordet, Ende der 1980er Jahre wurde die Linkspartei Unión Patriótica von ultrarechten Todesschwadronen physisch ausgerottet, Tausende Mitglieder wurden getötet. Deshalb ist das Ergebnis Petros ein Zeichen der Hoffnung. Es wird nun auch an ihm liegen, aus dem heterogenen Bün...

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