15.06.2018 / Feuilleton / Seite 10

Die fette Kuh des Pharaos

Eike Stedefeldt

»Wo treffen wir uns am Donnerstag?« fragte eine Anzeige im Blatt Die Freundschaft, Heft 3/1920. »Zum Benefiz-Abend von Mieke im ›Weißen Röß’l‹, Berlin SW., Neuenburger Straße 19«, so die Antwort. Die Freundschaft wandte sich ebenso an homophile Herren wie das Lokal, in dem es »Mittwochs und Donnerstags: Elitetage« und »Sonntags von 5 Uhr an: Kaffeekränzchen« gab sowie »Täglich Vorträge und Tanz. Es ladet freundl. ein: Paul Gürtler.« Laut Freundschaft war es im Oktober 1919 als »Zum fidelen Schorschl« eröffnet und der Ball zur Einweihung auf die beiden Weihnachtstage gelegt worden. Sang- und klanglos schloss das Etablissement jedoch bald wieder, trotz seiner buchstäblich kräftigen Zugnummer: Mieke.

Bevor wir auf jenes Schlachtrössl der Heiteren Muse zu sprechen kommen, das uns erneut in die Neuenburger trug: Die Straße war mal ein veritabler Kultur- und Medienstandort. Dass Bühnenkünstler in ihr wohnten, auch der Literat Wilhelm Liebknecht, der Stadtarchiv...

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