15.06.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Als »Terroristin« abgestempelt

Gülaferit Ünsal: Chronik der transnationalen Repression gegen eine türkische linke Gewerkschafterin

Eleonora Roldán Mendívil

Gülaferit Ünsal ist 48 Jahre alt, studierte Architektin und Geflüchtete. In den 1990er Jahren hat sie in der türkischen Hauptstadt Ankara als Stadtplanerin gearbeitet. Nach dem Militärputsch 1980 waren die 1990er Jahre in der Türkei durch einen autoritären Staat sowie wirtschaftliche und politische Instabilität gekennzeichnet. Linke Gruppen und revolutionäre Organisationen bildeten sich aus Bauern-, Gewerkschafts-, Arbeiter- und Frauenbewegungen heraus. In dieser Zeit gründete Ünsal zusammen mit anderen Staatsbediensteten die Beamtengewerkschaft BEM-SEN. Von 1992 bis 1994 fungierte sie als Erste Vorsitzende und war bis zu ihrer Verhaftung 1995 Mitglied im Vorstand. 1994 hatte die heute regierende islamisch-konservative AKP zum ersten Mal die Kommunalwahlen in Ankara gewonnen. Die politische Atmosphäre veränderte sich radikal. In dieser Zeit wurde Ünsal mehrmals in Gewahrsam genommen und schließlich verhaftet. Sie erlebte Folter und sexuellen Missbrauch du...

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