13.06.2018 / Thema / Seite 12

Zwischen Putsch und Guerilla

Die türkische 68er-Bewegung kämpfte für Unabhängigkeit und Sozialismus. Eine ihrer Schwächen war ihr Glaube an das revolutionäre Potential der Armee

Nick Brauns

Am 27. Mai 1960 beendete ein Militärputsch die zehnjährige Herrschaft der konservativen Demokratischen Partei in der Türkei. Die jungen Offiziere verstanden ihren Erhebung als Akt der Verteidigung des kemalistischen Erbes der Republik gegen die undemokratischen Praktiken der Regierung von Adnan Menderes, die einseitig die Großgrundbesitzer und religiöse Netzwerke gefördert hatte. Die Junta ließ Menderes hinrichten und eine neue liberale Verfassung ausarbeiten. Erstmals waren in der Türkei demokratische ebenso wie soziale Rechte einschließlich des Rechts auf Arbeit garantiert. Damit verbanden die zivile und die militärische kemalistische Bürokratie und die hinter ihr stehenden Kapitalfraktionen die Intention, fortan ihre Pfründe und Privilegien durch die Ausweitung ihrer Herrschaftsbasis auf größere städtische Schichten einschließlich der Arbeiterklasse zu sichern – gegenüber den ländlichen Mehrheiten, auf die sich die durch die Demokratische Partei reprä...

Artikel-Länge: 19627 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe