13.06.2018 / Ausland / Seite 7

Große Heuchelei

Madrid will Flüchtlinge von »Aquarius« aufnehmen. Zuvor ertranken noch Menschen vor Spaniens Küste

Carmela Negrete

Am Dienstag hat das Schiff »Aquarius« mit 629 geretteten Flüchtlingen die Fahrt in Richtung des Hafens von Valencia aufgenommen. Begleitet wurde es von zwei Booten der italienischen Marine. Am Wochenende hatte das Schiff von »SOS Méditerranée« und »Ärzte ohne Grenzen« die Hilfesuchenden – darunter Kleinkinder, sieben Schwangere sowie etliche geschwächte Menschen – zwischen Malta und Sizilien auf hoher See gerettet. Doch weder Malta noch Italien ließen die »Aquarius« in einen ihrer Häfen einlaufen. Am Montag kündigte der neue spanische Regierungschef Pedro Sánchez an, die Menschen aufzunehmen.

Spanien versucht, sich als sicherer Hafen für Flüchtlinge darzustellen. Ganz so, als wolle Sánchez zeigen, dass er mit der früheren Politik seiner sozialdemokratischen PSOE gebrochen hat. Denn unter der Regierung seines Parteifreunds José Luis Rodríguez Zapatero (2004–2011) waren die Mauern um die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla mit NATO-Draht ausgestattet word...

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