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11.06.2018 / Feuilleton / Seite 10

Theater als Laborversuch

Unschärfen im geschichtlichen Prozess: Doris Neumann-Rieser bietet neue Einsichten in die Konzeptionen von Bertolt Brecht

Sabine Kebir

Es ist eine anspruchsvolle, aber hoch spannende Lektüre: Doris Neumann-Riesers im vergangenen Jahr erschienene Studie über die Entwicklung von Bertolt Brechts erkenntnistheoretischen Ansichten. Sie zeigt, dass sich Brecht nicht nur mit Konzepten seiner literarischen Zeitgenossen auseinandersetzte, sondern – was im Unterschied etwa zu französischen bei deutschen Autoren selten ist – ab Mitte der zwanziger Jahre auch mit den avanciertesten philosophischen und naturwissenschaftlichen Theorien bis hin zur Heisenbergschen Unschärferelation.

Es war zunächst wohl der Wunsch nach Dichterruhm, der den jungen Theaterautor und -regisseur dazu brachte, die ihn bedrängende Wirklichkeit nicht nach bewährter Theatermanier zu bearbeiten, sondern Mittel zu suchen, die die Wirkung des Bearbeiteten erhöhten. Deshalb orientierte er sich u. a. an Techniken der Massenkultur, die ihn aber auch interessierten, weil sie zum Lebensgenuss aufriefen – was er zeitlebens als eine der ...

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