11.06.2018 / Thema / Seite 12

Wer Armut sät

Auf die sozialistische Landwirtschaft folgte nach dem Zusammenbruch der DDR 1989/90 die Rückkehr zu kapitalistischen Formen der Agrarproduktion. Mit teils verheerenden Folgen

Gerd Bedszent

Im Verlaufe der frühen kapitalistischen Entwicklung fielen große Teile der Handwerksproduktion einem rabiat betriebenen Übergang zur Manufakturproduktion zum Opfer. Revolten der damals gewaltsam in die Maschinerie der Lohnarbeit Hineingepressten gelten als erste Anfänge der sich herausbildenden Arbeiterbewegung. Die kapitalistische Entwicklung wurde aber auch von einer gnadenlosen Durchrationalisierung der Agrarproduktion samt brutal umgesetzter Vertreibung der als »überflüssig« betrachteten Landbevölkerung begleitet. Die enteigneten Bauern wurden dann häufig als vagabundierende Bettler Opfer barbarischer Blutgesetze, landeten in Zucht- und Arbeitshäusern oder wurden nach Übersee deportiert. Schon der humanistische Denker Thomas Morus (1487–1535) beschrieb in seiner Schrift »Utopia« mit bitterböser Ironie die Ablösung des traditionell betriebenen Ackerbaus durch die profitträchtigere Schafzucht: »Das sind eure Schafe, (…) die so sanft und genügsam zu sein...

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