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11.06.2018 / Titel / Seite 1

Trump sprengt die G 7

Totes Format: Nach Auftritt von Gastgeber Trudeau zieht US-Präsident Zustimmung zur gemeinsamen Erklärung zurück. Der »Westen« ist gespalten

Klaus Fischer

Valéry Giscard d’Estaing lebt noch, Helmut Schmidt ist tot. Zumindest moribund ist die »Erfindung« beider Politiker: das informelle politische Koordinierungsformat G 7 (ursprünglich G 6; dann bis 2014 G 8). Beim diesjährigen Gipfel der Staats- und Regierungschefs der USA, Japans, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens sowie des Gastgebers Kanada kam es zum offenen Krach: US-Präsident Donald Trump zog nach Abreise vom Tagungsort La Malbaie seine zuvor gegebene Zustimmung zu einer gemeinsamen Abschlusserklärung zurück. Das ist neu in der jungen Geschichte des Gremiums. Und es weist auf einen tiefgreifenden Dissens zwischen jenen Staaten hin, die sich gemeinhin als der »Westen« verstehen.

Was war der Anlass? Nach dem Gipfel hatte sich Gastgeber Justin Trudeau am Sonnabend vor die internationale Presse gestellt und verkündet: »Wir haben eine Abschlusserklärung.« Um dann hinzuzusetzen: Es sei »etwas beleidigend«, dass Trump die von den USA erhobe...

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