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09.06.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Vollgeldinitiative

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise

Am Sonntag stimmen die Schweizer über die Regelung ihres Geldes ab. Es handelt sich um die sogenannte Vollgeldinitiative. Gefordert wird die Abschaffung des Geldschöpfungsprivilegs der Geschäftsbanken. Formal sollen dann alle Einlagen der Bürger bei den Banken, die sie als Guthaben, also als einen Kredit der Bürger buchen, aus der Bilanz genommen und als »Sondervermögen« geführt werden. Der Zweck dieser Maßnahme ist es, den Geschäftsbanken, auch »Kreditinstitute« genannt, das Privileg zu nehmen, durch einen Kredit zugleich und quasi nebenbei Geld zu schöpfen.

Geld (Bargeld) kommt in den heutigen kapitalistischen Ländern in zwei Formen vor: Zum einen gibt es die Geldscheine und Münzen. Zum anderen gibt es das Buchgeld, das die Banken als Kundenguthaben führen. Nur ersteres ist von der staatlichen Notenbank ausgegebenes Geld. Das Buchgeld dagegen hat den Charakter eines Kreditvertrages zwischen den Bankkunden und der Bank, wonach letztere den gutgeschrieben...

Artikel-Länge: 3332 Zeichen

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