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09.06.2018 / Inland / Seite 4

Geldstrafe für Aufklärungsarbeit

Wegen YPG-Fahnen: Münchner verurteilt, weil er anonymisierte Anklageschrift veröffentlichte

Claudia Wangerin, München

Angeblich hatte der Prozess gegen den Kommunikationswissenschaftler Kerem Schamberger vor dem Münchner Amtsgericht keinen politischen Hintergrund – darauf bestand Richterin Silberzweig am Freitag gleich zu Beginn, bevor sie dem Angeklagten und seinem Verteidiger das Wort erteilte. Vorgeworfen wurden Schamberger »verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen«. Nach nicht einmal zwei Stunden war der Doktorand, der in sozialen Netzwerken regelmäßig über die Verfolgung kurdischer und türkischer Demokraten auch im Freistaat Bayern informiert, zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.350 Euro verurteilt. Neben diesen 30 Tagessätzen à 45 Euro soll er die Kosten des Verfahrens tragen. »Ich weiß, das ist kein schönes Geburtstagsgeschenk«, sagte die Richterin im versöhnlichen Ton einer Grundschullehrerin zu Schamberger, der am Freitag 32 Jahre alt wurde. Die Staatsanwältin hatte allerdings 70 Tagessätze in gleicher Höhe gefordert – also insgesamt 3.150 Euro –, nachdem...

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