05.06.2018 / Feuilleton / Seite 11

Wo denn sonst?

»Wolfsburg 1968«: Ein Klassentreffen von Sozialisten und Kommunisten und freien Geistern fünfzig Jahre später

Christof Meueler

Die bundesdeutschen »Osterunruhen« 1968, als es nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April in Westberlin in mehreren Großstädten zu gewalttätigen Demonstrationen gegen die Springer-Presse kam, gingen an Wolfsburg vorbei. Die Stadt war mit etwas anderem beschäftigt: Am 12. April war Heinrich Nordhoff, der Chef von VW, gestorben. Es war das Ende eines niedersächsischen Sonnenkönigs in dieser merkwürdigen Westernstadt mit Autos statt Pferden, die die Nazis 1938 als »Stadt des KdF-Wagens« gegründet hatten.

Es gab das »Werk«, wie die VW-Fabrik heute noch genannt wird, und drumherum ein paar Baracken, in denen die Arbeiter wohnten. Auch nach 1945 lebten die Wolfsburger weiter in Baracken. Es waren ehemalige Zwangsarbeiter, Verschleppte und hier gestrandete Displaced Persons, zu denen sich Vertriebene gesellten. Die Stadt war eine Dauerbaustelle, die von VW lebte. Bis zum Ende der sechziger Jahre wurde nur ein einziges Produkt hergestellt – der als »Käfer«...

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