05.06.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Schmähen als Staatsdoktrin

Vor 20 Jahren gab der Bundestag den Startschuss für die »Stiftung Aufarbeitung«. Ziel: Die Deutungshoheit über die DDR

Robert Allertz

Die vermeintliche Wissenschaft liefert Kanonenfutter und die Journaille gibt den Senf dazu – der Kalte Krieg, dessen Ende 1990 postuliert wurde, tobt unverändert. Global wie national. Die ideologische Schlacht um die Köpfe wird unerbittlich weitergeführt. Vornehmlich geht es dabei um die Deutung der Vergangenheit, um die Interpretation von Historie. Wie etwa der Streit, ob die Erde nun eine Scheibe ist oder eine Kugel. Der scheint mittlerweile entschieden. Ob der Mensch vom Affen abstammt oder eine Kreation des Himmels ist, hingegen keineswegs: Mindestens jeder zweite US-Amerikaner ist davon überzeugt, dass die Erde so erschaffen wurde, wie es in der Bibel steht: in sechs Tagen vor etwa 6.000 bis 10.000 Jahren.

In Deutschland, dem »Land der Dichter und Denker«, geht ein Streit darum, ob die DDR ein Unrechtsstaat war oder nicht. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages hatten zwar vor zehn Jahren schon erklärt: »Eine wissenschaftlich haltbare Defi...

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