22.05.2018 / Thema / Seite 12

Ein großer Haken für den kleinen Mann

Der Alltag des Terrors. Vor 80 Jahren führte Slatan Dudow Szenen aus Brechts Montagestück »Furcht und Elend des Dritten Reiches« in Paris auf

Jürgen Pelzer

Wenn nicht alle Zeichen trügen, so droht das Wissen um die Jahre der faschistischen Diktatur in Deutschland, besonders an deren Installierung 1933, zu verblassen. Dies liegt nicht nur daran, dass die letzten Zeitzeugen aussterben und die 1930er Jahre für die große Mehrzahl der jüngeren Deutschen einer grauen Vorzeit anzugehören scheinen. Es ist auch darauf zurückzuführen, dass die um die zerschlagene DDR erweiterte Bundesrepublik in den letzten beiden Jahrzehnten die Rolle einer Imperialmacht übernommen hat, zu der das Bild eines Verbrecherstaates, der viele Jahre lang die eigene Bevölkerung sowie einen Großteil Europas mit Terror überzog, nicht mehr passt. Heutzutage spricht man wieder gern von den Hitlerjahren als einem – überwundenen – »Sonderfall« der Geschichte oder gern auch von einem »Zivilisationsbruch«, so als handle es sich um eine längst behobene Autopanne. Zwar ist durchaus Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit geleistet worden – im Osten bereit...

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