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19.05.2018 / Inland / Seite 2

»Ellwangen war eine Inszenierung«

Die Stürmung einer Flüchtlingsunterkunft in Baden-Württemberg diente der Verschärfung des Law-and-Order-Diskurses. Gespräch mit Michael Ramminger

Kristian Stemmler

Nachdem Geflüchtete eine Abschiebung aus der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen, LEA, verhindert hatten, kam es in der Nacht zum 3. Mai zu einer Großrazzia. Der Jubel an den Stammtischen war sicher groß. Wie kamen die Bilder bei Ihnen an?

Hunderte vermummte Polizisten, schwerbewaffnet, ein kreisender Hubschrauber, eingetretene Türen und Menschen, die aus ihren Betten gezerrt werden. Das sind alles Bilder, die einerseits erschrecken, weil sie auf eine militärische Logik, auf den Ausnahmezustand im engen Sinne verweisen, und die andererseits auch immer mehr Teil bundesdeutscher Normalität werden. Es waren in diesem Sinne düstere Bilder für mich.

Wollte man also genau diese Szenen produzieren?

Natürlich. Die Macht der Bilder ist nicht revidierbar. Was einmal gezeigt, aber auch gesagt ist, bleibt in seiner Wirkung. Egal, wie das Verhältnis der Bilder zur Wirklichkeit ist. Das macht das Widerliche derer aus, die diese Bilder produzierten. Es hat ja nur einen T...

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