18.05.2018 / Feuilleton / Seite 10

Frosch im Kochtopf

Darf so einer überhaupt noch Filme machen? Roman Polanskis neuer Psychothriller

André Weikard

Sie haben Roman Polanski rausgeschmissen. Zusammen mit dem Sexualstraftäter Bill Cosby flog der 84jährige Anfang des Monats aus der Akademie, die die Oscars verleiht. Mit dieser Maßnahme hat Hollywood sich Zeit gelassen. Seit 40 Jahren liegt in den USA ein Haftbefehl gegen Polanski vor, wegen Vergewaltigung einer 13jährigen. 2002 erhielt er in Abwesenheit den Regie-Oscar für sein Holocaustdrama »Der Pianist«.

Darf so einer für sein Werk geehrt werden? Darf er überhaupt noch Filme machen? Und falls nicht: Verjährt ein solches Vergehen irgendwann? Mit diesen Fragen müssen sich Jurys im Falle von Polanskis neuem Film »Nach einer wahren Geschichte« nicht herumquälen. Er ist schlicht nicht preiswürdig. Die durchaus gelungene, aber sehr konventionelle Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Delphine de Vigan variiert noch einmal die Themen einer langen, erfolgreichen Regiekarriere, vom Verschwimmen von Realität und Fiktion über Schreibblockade und Versagen...

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