17.05.2018 / Inland / Seite 4

Presse soll wieder anprangern

G-20-Fahndung geht weiter: Polizei bittet Medien um Verwendung von Fotos mutmaßlicher Straftäter. Suche im Ausland in drei Stufen

Kristian Stemmler

»Irgendwann kriegen wir euch alle!« Dieser Spruch aus einer Joghurtwerbung scheint die Devise von Hamburgs Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachen G 20 zu sein. Zehn Monate nach dem Gipfeltreffen starteten sie am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium die zweite Öffentlichkeitsfahndung der Sonderkommission (Soko) »Schwarzer Block« nach angeblichen G-20-Randalierern – ungeachtet der massiven Kritik an der ersten Auflage Mitte Dezember 2017. Erst am Montag war bekanntgeworden, dass die Soko über das Bundeskriminalamt (BKA) sogar im europäischen Ausland fahndet (jW berichtete).

Genau 107 Fotos von Verdächtigen waren im Dezember ins Internet gestellt und von Medien in der Manier von Steckbriefen gedruckt worden. Schlimmster Auswuchs: Bild druckte auf der Titelseite unter der Überschrift »Polizei sucht diese Krawall-Barbie« das Foto einer jungen, blonden Frau, die sich als minderjährig herausstellte. Heribert Prantl von der Chefredaktion der S...

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