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15.05.2018 / Feuilleton / Seite 11

Kueka vor der Heimkehr?

Jahrzehntelanger Streit um einen Stein im Berliner Tiergarten. Pemones fordern Rücktransport nach Venezuela

André Scheer

Im Berliner Tiergarten, unweit des Brandenburger Tores, liegt ein großer Stein. Der rund 30 Tonnen schwere, polierte Fels leuchtet rötlich in der Sonne und erinnert von der Form her an ein U-Boot oder einen Wal. Am vergangenen Freitag versammelten sich hier ein Dutzend Indígenas aus Venezuela in traditioneller Kleidung, tanzten um den Stein herum, brachten ihm Obst als Opfergaben dar und sprachen mit ihm.

»Sie haben ihn jetzt aufgeweckt, von zu Hause erzählt und versprochen, ihn nach nach Hause zu holen«, erläutert Stella Zambrano im Gespräch mit junge Welt die stundenlange Zeremonie. Die schlanke, weißhaarige Frau stammt selbst von Indígenas ab, ihre Großmutter war Pemón. Sie selbst lebte lange in Düsseldorf, kehrte dann aber in die Gran Sabana im Südosten Venezuelas zurück. Die Indígenas nennen sie Tawy Pachi, die weiße Pemón. Der Fels hat für die Indígenas eine ganz besondere Bedeutung: »Sie nennen ihn Kueka. Er ist ihre Großmutter, und letztlich sogar...

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