15.05.2018 / Ausland / Seite 6

Volkspartei bleibt Volkspartei

Jobbik hat einen neuen Vorsitzenden. Er soll die ungarischen Neofaschisten versöhnen. Der Unterlegene erwägt Austritt

Matthias István Köhler

Der frühere Vorsitzende der neofaschistischen Partei Jobbik, Gabor Vona, hat einmal gesagt, Zweidrittel der Ungarn wären Jobbik-Wähler, sie wüssten es nur nicht. Seit der weitgehenden Übernahme ihrer Positionen und Inhalte durch die ungarische Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban leidet die neofaschistische Partei, wenn man so will, an ihrem eigenen Erfolg.

Am Wochenende konnte sich Tamas Sneider, der für eine Kontinuität in der »Volksparteilinie« von Jobbik steht, nur knapp gegen den Vertreter des radikalen Flügels, Laszlo Toroczkai, durchsetzen. Mit 298 zu 256 Stimmen wurde der ehemalige Neonaziskin Sneider, der unter dem Kampfnamen »Roy« Anfang der 90er die ungarische Kleinstadt Eger unsicher gemacht hatte und 1992 wegen eines Angriffs auf einen Rom zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden war, zum Parteivorsitzenden. Der 45jährige ist seit 2007 Mitglied der Partei, seit 2010 sitzt er für sie im Parlament und gilt als Verbündeter ...

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