14.05.2018 / Feuilleton / Seite 10

Nicht schematisch arbeiten

Über Konterrevolution und »Jusoslawien«: Ein Symposium zu Kurt Gossweiler

Dr. Seltsam

Als ich am vergangenen Mittwoch, dem Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitlerdeutschland, den Seminarraum im Berliner ND-Gebäude betrat, war ein Foto groß an die Wand projiziert: Der alte Kurt Gossweiler im Rollstuhl vor dem Gedenkstein für Erich Mühsam in der Berliner Hufeisensiedlung. Dort wohnte der Anarchist, dort wurde er in der Nacht des Reichstagsbrands verhaftet.

Die Aufnahme vor dem Gedenkstein ist das letzte Foto von Gossweiler. Kurz danach ist er gestorben, fast hundert Jahre alt und noch voller Spott: »Ich war immer Stalinist und bin hundert geworden, da muss ich doch einiges richtig gemacht haben!«

Gossweiler war ein enger Freund der Mühsams und wohnte 1933 um die Ecke in der Paster-Behrens-Straße 27. Als er von der grausamen Ermordung Mühsams am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg hörte, war Gossweiler gerade in Paris, um Instruktionen für die illegale kommunistische Jugend abzuholen. Es erforderte viel Mut, nach diesen Nachrichten zur U...

Artikel-Länge: 4418 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe