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14.05.2018 / Ausland / Seite 2

»Gerecht wäre die Rückkehr aller Geflüchteten«

Israel: Immer noch prägen Vertreibung und Rechtlosigkeit das Leben vieler Familien, die 1948 ihr Land verloren. Ein Gespräch mit Rawan Bisharat

Hana Amoury

Ihre Familie wurde 1948 aus ihrem Dorf vertrieben. Wie wirkte sich das auf Sie und Ihre Familie aus?

Wir haben uns die ganze Zeit als Vertriebene beziehungsweise Geflüchtete gefühlt. Das Gefühl war immer präsent. In Jaffat Al-Nassera gibt es eine lokale Liste der Geflüchteten aus Maalul, die sich an den Kommunalwahlen beteiligen. Die Existenz der Liste zeigt, wie präsent die Frage der Binnenvertriebenen ist. Es handelt sich dabei um etwas, das nicht nur im Bewusstsein vorhanden ist, sondern auch in der Realität.

Was sagt Ihnen der Begriff »weiter andauernde Nakba« (»Nakba«, arabisch für »Katastrophe« bezeichnet die Vertreibung von Palästinensern vor, während und nach der Staatsgründung Israels, d. Red.)?

Die Frage: »Warum sind wir nicht zurückgekehrt?« hat mich immer sehr beschäftigt. Aber wenn ich an die »weiter andauernde Nakba« denke, denke ich nicht primär an das Recht, nach Maalul zurückzukehren, das uns bis heute verweigert wird, sondern den großen ...

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